Eine Katze kommt ins Haus

kaetzchenWenn man sich dazu entscheidet eine Katze (Kätzin oder Kater) ins Haus zu holen, sollte man zunächst einmal darüber nachdenken, ob man die nächsten 10-20 Jahre auch Zeit hat für das Tier und ihm das geben kann, was es braucht. Liebe, Zuneigung, Zeit. Es ist ein Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen.

Und es kommen Fragen auf einen zu:

Soll es eine Katze sein oder vielleicht gleich zwei? Nehme ich lieber eine Katze oder einen Kater? Soll es ein Katzenwelpe oder doch eine erwachsene Katze sein? Hole ich mir eine Katze vom Züchter, vom Bauernhof oder doch lieber eine aus dem Tierheim? Wird die Katze Freigänger oder möchte ich doch lieber eine Wohnungkatze?

Die Antworten darauf muss man ganz individuell von den eigenen Bedürfnissen, aber selbstverständlich auch von den Bedürfnissen der Katze abhängig machen. Wichtig ist, sich überhaupt bewußt zu sein, dass man mit einer Katze eine Verbindung eingeht, die 20 Jahre und länger dauern kann und die Haltung eines Tieres auch Kosten und Unannehmlichkeiten verursacht. Mit einer Katze zusammen zu leben ist so wunderbar, wenn es keine unschönen Überraschungen gibt, an die man vorher nicht gedacht hat.

Was muss ich also vorher beachten?

  • Wenn Sie sich ein Katzenbaby (Welpe) ins Haus holen, bedenken Sie, dass Welpen bis zur Vollendung der 12. Lebenswoche bei ihren Katzenmüttern bleiben sollten
  • Wurden alle Familienmitglieder mit einbezogen in die Entscheidung eine Katze ins Haus zu holen?
  • Gibt es noch andere Haustiere und passen alle zusammen?
  • Ist vorher abgeklärt worden, dass keine Allergien (Heuschnupfen, Asthma, Hautkontaktallergien) bestehen bei allen Familienmitgliedern? Nichts ist für Mensch und Tier schlimmer als die Katze nach einigen Wochen wegen Allergie wieder abzugeben
  • Ist die Haltung von Haustieren erlaubt (Vermietergenehmigung einholen)
  • Ist genügend Platz in Wohnung und Haus? Kann alles katzensicher und artgerecht gestaltet werden?
  • Katzen lassen sich nur bedingt erziehen. Sie sind sehr eigensinnig und machen, was sie wollen. Sind Sie wirklich der „Katzentyp“, der das akzeptieren kann?
  • Katzen sind territorial – können Sie ggf. auf Ihren Lieblingssessel verzichten?
  • Katzen mögen keine Veränderungen und lieben Pünktlichkeit. Können Sie einer Katze Kontinuität bieten?
  • Was ist, wenn Sie in den Urlaub fahren möchten? Haben Sie jemanden, der die Katze zweimal täglich gut versorgt? Katzen sind sehr ortsgebunden und man kann sie nicht einfach in einer Pension oder bei Freunden abgeben. Sie sollten in ihrer gewohnten Umgebung belassen werden, während man selber in den Urlaub fährt.
  • Haben Sie täglich genügend Zeit neben Familie, Beruf, Haushalt und Freizeit? Katzen möchten spielen, kraulen, beschäftigt werden, brauchen Ansprache. Sollten Sie den ganzen Tag berufstätig sein, empfiehlt es sich am besten gleich ein Geschwisterpärchen oder sich gut verstehende Katzen zu sich zu nehmen.

Kosten für eine Katze

Haben Sie auch die Kosten bedacht, die auf Sie zukommen? Hochwertiges Futter ist sehr wichtig, um eine Katze gesund zu halten (Ernährung von Katzen) und das kostet schon mal gut 50-80 Euro im Monat. Und Sie benötigen eine Grundausstattung wie einen oder mehrere Kratzbäume, Schlafdecken, Transportkorb, Näpfe und ggf. Trinkbrunnen, Lieblingsplätze, Spielzeug, Katzenklos und ständig neues Katzenstreu.

Hinzu kommen natürlich auch Tierarztkosten für Impfungen oder wenn die Katze einmal krank ist. Für eine Kastration muss man zwischen 150 und 200 Euro einplanen. Katzen brauchen Ansprache und nach Möglichkeit Freigang und sie bringen Mäuse und Vögel als “Geschenke” mit nach Hause. Können Sie damit umgehen?

Katzen möchten spielen und gestreichelt werden und man muß täglich das Katzenklo saubermachen. Und die Tiere werden älter, dann müssen sie eventuell gepflegt und gehegt werden, was Zeit, Geld und Kraft kostet. Ein Katzenleben kann durchaus 20 Jahre und länger dauern. Haben Sie die nächsten 10-20 Jahre Lust und Zeit dafür? All das müssen Sie bedenken, bevor Sie sich eine Katze ins Haus holen.

Wenn Sie alle Fragen positiv beantworten können und der Anschaffung einer Katze nichts mehr im Wege steht, dann finden Sie in einem Tierheim immer eine grosse Auswahl an heimatlosen Katzen. Nehmen Sie bitte Abstand davon, sich eine Katze aus einer Zoohandlung zu kaufen. Diese Tiere stammen häufig aus dem Ausland und man sollte diese Art der Katzenvermehrung nicht unterstützen. Und gehen Sie niemals mit einer gewissen Vorstellung los, wie die Katze auszusehen hat. Katzen suchen sich in der Regel ihre Menschen selber aus und dann hat man für das ganze Katzenleben lang einen wunderbaren Gefährten an seiner Seite und ein harmonisches Verhältnis miteinander. Es nutzt Ihnen nichts, wenn Sie sich Ihre „Traumkatze“ aussuchen, die Chemie aber gar nicht stimmt und Sie dann 15 Jahre gemeinsam „nebeneinander“ herwohnen. Das ist weder für Sie noch für die Katze gut.

Die Katze kommt ins Haus

Wenn eine Katze ins Haus kommt, gibt es einiges zu beachten (die Zusammenführung mehrerer Katzen behandle ich in einem der nächsten Beiträge gesondert):

Richten Sie einen ruhigen Raum ein für den Neuankömmling, mit Rückzugs- aber nicht zu vielen Versteckmöglichkeiten, aus denen man womöglich die Katze am Ende nicht mehr herausbekommt. Achten Sie darauf, dass der Raum katzensicher ist. Es sollten keine Kleinteile herumliegen, keine Pflanzen oder anderes im Raum sein, was die Katze vergiften könnte (Vorsicht Gift für Katzen) und es sollte kein Fenster geöffnet sein, schon gar kein Kippfenster weil das zu schweren Unfällen führen kann.

Statten Sie diesen Raum aus mit einem Kratzbaum, mehreren Schlafplätzen (möglichst hoch), einem Futterplatz und mindestens zwei Trinkschälchen, die etwas abseits stehen vom Futterplatz (weil Katzen nicht gern dort trinken, wo sie fressen), einem freien Platz auf der Fensterbank zum ausgucken und mindestens 2 Katzenklos. Als Faustregel gilt: 1 Katzenklo pro Katze plus ein zusätzliches Klo. Das hat folgenden Grund: Katzen urinieren und koten in der freien Natur niemals an der gleichen Stelle. Deswegen sollte man ihnen ein Klo zum urinieren und ein Klo zum koten in verschiedenen Ecken zur Verfügung stellen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber das müssen Sie erst einmal herausfinden.

Nutzen Sie die Einstreu, die die Katze schon kennt (aus dem Tierheim oder vom Vorbesitzer/Züchter). Auch den Toilettentyp sollten Sie erfragen. Katzen mögen in der Regel keine geschlossenen Haubentoiletten (es sei denn, sie sind von früh auf dran gewöhnt). Geschlossene Katzentoiletten wurden für den Menschen erfunden, damit die Hinterlassenschaften der Katzen nicht den Raum „beduften“. Für die Katze ist es jedoch genauso unangenehm wie für den Menschen ein Dixieklo und das mit einer wesentlich empfindlicheren Nase.

Nach der Ankunft im neuen Zuhause öffnen Sie den Transportkäfig und lassen den Neuankömmling erst einmal komplett in Ruhe in diesem Zimmer. Kleine Kinder und andere Haustiere haben in dem Zimmer anfangs überhaupt gar nichts zu suchen. Ihre Katze muß erst einmal ganz ruhig ankommen und von ganz allein aus der Transportbox heraus kommen. Haben Sie bitte ganz viel Geduld. Stellen Sie sich einmal vor, man würde sie aus ihrem bisherigen Leben herausreissen, in ein fremdes Land bringen, wo Sie die Sprache nicht verstehen, die Gerüche nicht kennen, nicht wissen, ob sie entführt wurden oder man Ihnen wohlgesonnen ist und sie nicht mal wissen, wo sie auf Toilette gehen können. Genau so fühlt sich diese Katze gerade bei Ihnen.

Katzen sind sehr reinliche Tiere und nutzen in der Regel immer ein Katzenklo. Ist die Katze bei Ihnen unrein, müssen Sie schauen, was in der Umgebung des Tieres nicht stimmt, denn Unsauberkeit ist immer eine Reaktion auf einen Mißstand. Ganz am Anfang kann das schon einmal passieren, aber sollte es auch nach Tagen noch so sein, holen Sie sich bitte professionelle Hilfe, um den Mißstand aufzudecken. Die Katze macht das nicht, um Sie zu ärgern.

Sie können sich nach einiger Zeit gern mit in das Zimmer setzen und z.B. ein Buch lesen, damit die Katze Sie sehen, riechen und hören kann. Aber verhalten Sie sich ruhig und sprechen Sie nur mit ganz sanfter Stimme. Lesen Sie ihr einfach etwas vor. In keinem Fall sollten Sie in ihr Versteck hineinsehen oder sich davor setzen, denn Anstarren und Bedrängen ist für Katzen eine sehr bedrohliche Geste. Vielmehr sollten Sie sich seitlich zu ihr setzen, immer ein paar leckerste Leckerchen hinwerfen und viel blinzeln, wenn die Katze Sie ansieht. Blinzeln ist für Katzen DIE Beschwichtigungsgeste und zeigt ihr, dass Sie ihr sehr wohlgesonnen sind. Da Katzen sehr neugierig sind, wird sie irgendwann von ganz allein auf Sie zukommen. Aber das kann dauern, ein paar Stunden, ein paar Tage oder auch mal 1-2 Wochen. Haben Sie Geduld und vor allem: Verhalten Sie sich passiv!

Die meisten Katzen vergessen am Anfang zu fressen vor lauter Aufregung. Das ist für einen Tag nicht besorgniserregend. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Katze trinkt. Deswegen ist ein Trinknapf in unmittelbarer Nähe des „Rückzugsortes“ so wichtig und auch, dass Sie die Katze einfach mal allein lassen.

Wenn die Katze sich an die Räumlichkeiten ein wenig gewöhnt hat, aber zu Ihnen noch Distanz hält, können Sie sie mit Leckerchen oder Spielangeboten locken. Lassen Sie die Katze zu sich kommen, gehen Sie nicht auf sie zu. Versuchen Sie nicht, sie mit der Handfläche zu streicheln, sondern halten Sie ihr den Handrücken hin und streicheln sie ganz leicht mit den Fingerrücken. Eine Handfläche kann bedrohlich sein für ein Tier, denn man weiß nie, was es schon erlebt hat. Auch sollten andere Personen erst in das Zimmer gelassen werden, wenn die Katze Ihnen oder einer anderen Person vertraut. Hat sich die Katze an den Raum und an Sie gewöhnt, bewegt sie sich dort angstfrei, nutzt die Toilette und frisst auch problemlos, dann darf sie auch die restlichen katzensicheren Räume des neuen Zuhause erkunden – nach und nach – in dem Tempo, wie sie es mag.

Hat man eine neugierige, stürmische und erkundungsfreudige Katze, die noch dazu sofort zu einem kommt und grosses Vertrauen entgegenbringt, kann man sich diese Verhaltensmassnahmen natürlich sparen. Jedoch ist das leider in den wenigsten Fällen so.

Nehmen Sie die Katze bitte anfangs nicht auf den Arm. Die meisten Katzen mögen das nicht. Später, wenn die Katze in die Familie integriert ist, können Sie das einmal ganz vorsichtig versuchen. Mag sie das nicht, hat man eben keine „Auf-Den-Armnehm-Katze“ und muss das akzeptieren. Niemals sollte man einem Tier den eigenen Willen aufzwingen.

Freigang gewährt man der Katze erst, wenn sie sich im gesamten Haus wohlfühlt und auch eine Bindung zu Ihnen aufgebaut hat. Sagen Sie Ihren Nachbarn Bescheid, dass Sie jetzt eine Katze haben, denn neugierige Katzen erkunden auch schon mal die Nachbarshäuser und es könnte Probleme mit Nachbarskatzen geben. Sind die Nachbarn informiert, können sich alle auf die neue Situation einstellen.

Wenn Sie das alles beherzigen, steht einem harmonischen Katzen-/Menschhaushalt nichts mehr im Wege. Ab sofort können Sie sich nun Katzenhalter nennen und haben wunderbare Lebensbegleiter an Ihrer Seite. Sie werden viel Spaß und Freude zusammen haben.

Sollten Sie auf diese Seite gekommen sein, weil Ihr Neuankömmling seit Tagen unterm Bett hockt und nach wie vor Angst vor Ihnen hat, ist Hopfen und Malz aber auch noch nicht verloren.

Bei einer suboptimalen Eingewöhnung, wenn die Katze sehr scheu, besonders ängstlich oder angstaggressiv ist, Ihnen in die Wohnung oder ins Haus macht, kann man mit Bachblüten auch immer kleine Wunder bewirken. Ich bin bei der Zusammenstellung individueller Blüten für Ihre Katze gern behilflich, denn ich kann auf mittlerweile 12 Jahre Berufserfahrung mit den verschiedensten Katzentypen und -problemen zurückgreifen.

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